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Die Herzmedizin hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht.

Die Zahl der Herzinfarkte und Herzinfarkttodesfälle hat dramatisch abgenommen durch bessere Vorbeugung (Prävention), bessere Medikamente, mehr Aufklärung und durch neue Möglichkeiten der Akutbehandlung unmittelbar beim Herzinfarkt, an den Herzkranzgefäßen. Auch die Behandlung der chronischen Herzranzgefäßerkrankung, bis hin zur Wiedereröffnung von chronisch verschlossenen Gefäßen, hat grosse Fortschritte gebracht.  In spezialisierten Zentren können alte Verschlüsse von Kranzgefäßen mit einer Erfolgsrate von bis zu 95% wiedereröffnet werden.

Die Behandlung von Vorhofrhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern wurde enorm verbessert: die Beseitigung von Vorhofflimmern durch Katheterbehandlung (Pulmonalvenenisolation oder Ablation) ist wesentlich sicherer geworden (weniger Risiko) und die Erfolgsquoten werden immer noch besser. Neuere Verfahren mit ständigen Verbesserungen sind in Entwicklung.

Alle diese Verfahren müssen hinsichtlich Sinn und Nutzen gegenüber Risiken für den Patienten im jeweiligen Fall sorgfältig abgewogen werden.

Einmalige gründliche Herzuntersuchung sinnvoll!

"Herzbeschwerden", Herzstolpern, Stiche in der Brust oder auch Beklemmungen oder Druckgefühle in der Herzgegend oder Brust sind etwas Angst machendes. Zum Glück sind deratige Symptome in den meisten Fällen nicht so bedrohlich, wie von den Patienten empfunden oder befürchtet.

Aber! wir alle wissen, und das bedrückt uns, dass Herzerkrankungen sich auch sehr akut manifestieren können, und ohne vorherige Anzeichen lebensbedrohliche Zustände auftreten können: hier ist an erster Stelle der drohende oder bereits eingetretene Herzinfarkt gemeint. Zum Glück ein immer seltener werdendes Phänomen, auch weil die Menschen eher zum Arzt gehen, sich im Vorfeld untersuchen lassen, auch weil es gelungen ist, in den letzten Jahren, durch Kampagnen, Ängste abzubauen.

Wenn insbesondere diejenigen, die eine Vielzahl von Risikofaktoren bei sich festgestellt haben (Hochdruck, hohes Cholesterin, Nikotin, Infarkte in der Familie oder Diabetes, je mehr umso gefährlicher) sich untersuchen lassen würden, könnten noch viel mehr Herzinfarkte verhindert werden, als schon bisher.

Eine einfache Untersuchung mit Ultraschall, Ruhe und Belastungs EKG ermöglicht das Risiko des einzelnen sehr exakt festzustellen.

Durch eine medikamentöse Behandlung allein kann das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden dramatisch minimiert werden. Deshalb empfehle ich jedem über 40, sich einmal einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen (Vorsorge), um sein persönliches Risiko zu erkennen.

Darstellungsmöglichkeiten der Herzkranzgefässe

Die CT Untersuchung der Kranzgefäße ist erheblich genauer geworden, reicht aber immer noch nicht an die Standardmethode heran, die direkte Darstellung durch die Coronarangiographie über den Linksherzkatheter: die Strahlenbelastung durch das CT, eine teils eingeschränkte Beurteilbarkeit und die fehlende Möglichkeit, sofort an den Koronarien Reparaturen (Ballon, Stent) vornehmen zu können, machen das Verfahren nur in ganz bestimmten Situationen sinnvoll. Die Untersuchung kommt deshalb bei kritischer Betrachtung nur für einen sehr kleinen Teil der Patienten in Betracht.

News: Neuartiger Stent löst sich langsam auf

Die Behandlung der Herzkranzgefäße mit Ballons und Stents macht kontinuierlich Fortschritte: die Ergebnisse sind bereits heute excellent. Inzwischen gibt es beschichtete Ballons, die unter Umständen eine Stentimplantation überflüssig machen, selbstauflösende Stents sind in Entwicklung, kurz vor der Marktzulassung. Die Neuerung ist das vollständige Aufösen des eingebrachten Materials zur Stabilisierung einer verengten Stelle nach einigen Monaten. Ob es ein Vorteil sein wird, müssen Langzeit Beobachtungen zeigen, die bisher nur in kleiner Zahl vorliegen.

Die beschichteten Stents gehören heute zur Routine: ihr Stentthrombose Risiko ist minimal höher gegenüber unbeschichteten Stents. Die Neigung zur Wiedereinengung nach Stentimplantation ist geringer gegenüber den unbeschichteten Stents.

Sie sollten jedenfalls bei kleinen Gefäßkalibern und bei Patienten mit Diabetes zur Anwendung kommen.

Weitere Infos

Herzrhythmusstörungen - oft weniger gefährlich als befürchtet!

Herzrhythmusstörungen habe vielfältige Ursachen. Die meisten Herzrhythmusstörungen sind gutartig, das heißt sie stellen keine Bedrohung für den Betroffenen dar. Eine Herzuntersuchung, insbesondere der Herzultraschall (Beobachtung der Harzaktionen) hilft, die Ursache und damit eine mögliche Erklärung für die Rhythmusstörungen zu finden.

Je nach Beeinträchtigung der Lebensqualität wird man eine medikamentöse Behandlung dieser Rhythmusstörungen vornehmen, oder in besonderen Fällen (selten) sogar eine spezielle Kathetertherapie anwenden, um den Auslöser der Rhythmusstörungen am Herzen aufzusuchen und zu beseitigen.

Die Untersuchung zur Klärung von Rhythmusstörungen umfasst ein Ruhe und Belastungs EKG, den Herzultraschall und meist eine LZ EKG Untersuchung.